Die Big Band der Bundeswehr verspricht eine „mitreißende Show“.
Foto: Big Band der Bundeswehr/Peter Zylajew
Benefizkonzert in Xanten
Xanten · Auf dem Xantener Marktplatz entsteht am 19. Mai eine Bühne „so groß wie ein Einfamilienhaus“. Die Big Band der Bundeswehr spielt Hits aus Swing, Rock und Pop. Was die Besucher erwartet, ist mehr als ein Konzert.
Der Marktplatz in Xanten verwandelt sich am Dienstag, 19. Mai, in eine Open-air-Konzertbühne. Auf Einladung des Lions-Clubs tritt die Big Band der Bundeswehr auf. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, die Lions bitten aber um Spenden, um mit dem Geld Xantener und internationale Hilfsorganisationen zu helfen. In einem Pressegespräch erklärten die Beteiligten, wer unterstützt werden soll, wer die Veranstaltung sponsert und welches Programm gespielt wird – dabei räumte Stabshauptmann Johannes M. Langendorf, Tourmanager der Big-Band der Bundeswehr, direkt mit einem Vorurteil auf. Ein Überblick.
Konzertprogramm
Die Open-air-Auftritte seien für die Big-Band der Bundeswehr ein „Herzensprojekt“, sagte Langendorf. „Die Open-air-Saison ist immer etwas ganz Besonderes, es ist immer eine Sommerparty.“ Manche Menschen dächten, dass die Big Band der Bundeswehr Marschmusik spiele. Aber es sei ein Vorurteil: „Wir werden keinen Marsch spielen.“ Die Big Band habe einen anderen Auftrag: „Wir gestalten unsere Programme als moderne Unterhaltungsshows.“ Die Big Band spiele Hits der Swing-, Rock- und Popmusik. Titel könne er noch nicht nennen, für die Open-air-Auftritte würden eigene Arrangements geschrieben, aber er könne versichern, dass es ein Abend werde, „an dem für jeden etwas dabei sein wird, egal, welche Musik er mag“.
Konzertablauf
Es sei ein Steh-Konzert, erklärte Langendorf. „Die Menschen können kommen, sie sind alle eingeladen.“ Das Konzert findet ohne Pause statt. Nach etwa zwei Stunden „werden wir zusammenpacken“. Damit werde ein langer Tag zu Ende gehen: Ab etwa 7 Uhr am Morgen werde „Europas größte Trailerbühne“ auf dem Marktplatz aufgebaut. „Wir bauen innerhalb weniger Stunden eine Bühne auf, die ist so groß wie ein Einfamilienhaus.“ Diese Bühne sei „vollgestopft mit der neuesten Technik“. Zusätzlich zu Licht und Ton soll eine LED-Wand aufgebaut werden, die zehnmal sechs Meter groß ist.
Ein Lichtdesigner entwerfe passend zur Musik eine Lichtshow, erklärte Langendorf. Die Menschen könnten sich deshalb auf ein „Konzerterlebnis“ freuen. „Auch für uns ist es immer ein besonderer Abend.“ Gerade Open-air-Konzerte entwickelten eine besondere Dynamik, „vielleicht weil die Menschen stehen, manchmal tanzen sie auch, große Freundesgruppen kommen zusammen, essen etwas, trinken etwas, sodass es eine ganz lockere, freie Atmosphäre wird“. Nach der Show werde die Bühne wieder abgebaut, sodass am nächsten Morgen nichts mehr von ihr zu sehen sein werde.
Big-Band
Die Big Band der Bundeswehr existiert schon seit mehr als 50 Jahren, sie ist 1971 gegründet worden, wie Langendorf erklärte. Der damalige Bundesverteidigungsminister Helmut Schmidt habe gesagt, er wolle „einen modernen Sound für eine moderne Armee“. Das sei die Big Band auch heute. „Wir sind das musikalische Aushängeschild, die musikalische Visitenkarte der Bundeswehr und der Bundesrepublik Deutschland.“ Die drei professionellen Sängerinnen und Sänger Sofia Andersson, Bonita Niessen und Marco Matias unterstützten die Big Band. Am Abend seien deshalb 24 Musiker auf der Bühne, und insgesamt seien es „weit mehr als 70 Menschen“, die das Konzert ermöglichten.

Veranstalter, Sponsoren, Hilfsorganisationen und die Big Band der Bundeswehr werben für das Benefizkonzert am 19. Mai auf dem Marktplatz in Xanten.
Foto: RP/Markus Werning
Wir kommen mit vier Sattelschleppern, einem großen Nightliner und einem Tourbus, wir fahren großes Besteck auf“, erklärte Langendorf weiter. Zusätzlich zu den Open-air-Auftritten gebe das Ensemble Indoor-Shows und trete auf Feiern der Bundeswehr auf, zum Beispiel auf Bällen des Heeres und der Luftwaffe. Die Big Band spiele auch im Ausland. „Wir sind viel unterwegs, freuen uns aber auch, dass wir mal wieder nach Xanten kommen können.“ Der Marktplatz biete für einen Konzertabend eine „wunderschöne Kulisse“. Die Big Band ist schon mehrfach in Xanten aufgetreten.
Spendenempfänger
Wie Präsident Walter Huhn erklärte, geht der Ertrag des Abends an drei Organisationen: erstens an den Verein „Lachen Helfen“, der Waisenhäuser, Kinderkrankenhäuser, Schulen und Kindergärten in Ländern unterstützt, in denen deutsche Soldaten und Polizisten eingesetzt waren oder sind, zum Beispiel Irak, Afghanistan und Sudan. „Wir leben von Spenden“, berichtete Jürgen Knappe, Vorsitzender des Vereins und Generalleutnant a.D. „Mich rufen Polizisten und Soldaten an und bedanken sich dafür, dass sie die Hilfsprojekte durchführen können.“
Die zweite Organisation, die unterstützt wird, ist das „Offene Ohr“ der Caritas-Konferenz, an das sich Xantener Bürgerinnen und Bürger in Not wenden können, zum Beispiel wenn „der Monat am Ende des Geldes noch zu lang ist“, wie Alexandra van Bebber berichtete. Den Menschen fehle das Geld für den Lebensmitteleinkauf oder die Stromrechnung, eine Nachzahlung überfordere sie oder ihnen mangele es an Möbeln. In solchen Fällen helfe das „Offene Ohr“. Es gebe ungefähr 190 bedürftige Xantenerinnen und Xantener, die dieses Angebot der Caritas regelmäßig aufsuchten.

Die Big Band der Bundeswehr wird von professionellen Sängerinnen und Sängern begleitet.
Foto: Big Band der Bundeswehr/Peter Zylajew
Die dritte Organisation, die unterstützt wird, ist das Friedensdorf International in Oberhausen. Die Hilfseinrichtung holt kranke und verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur medizinischen Versorgung nach Deutschland. Die Kinder hätten zum Beispiel Knochenbrüche, Entzündungen oder Verbrennungen erlitten, erklärte Constanze von Gerkan. Sie würden bundesweit in Krankenhäusern untergebracht. „Wir sind eine reine Spendenorganisation.“ Der Bedarf sei aber immer größer, als geholfen werden könne. Beim letzten Einsatz in Kabul zum Beispiel hätten 90 Kinder mitgenommen werden können, aber 2000 seien vor Ort gewesen.
Sponsoren
„Das Ganze wäre nicht möglich ohne Sponsoren, die dieses Konzert ermöglichen“, sagte Walter Huhn. Einer der Sponsoren ist die Volksbank Niederrhein. Der Auftritt der Big Band sei ein „kulturelles Highlight“, sagte Guido Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Niederrhein. Das Konzert werde „Spaß machen, Freude machen“, was gerade in diesen Zeiten, „in denen wir mit schlechten Nachrichten überhäuft werden“, wichtig sei. Er dankte den Lions dafür, dass sie den Auftritt organisieren. „Das machen die Lions hervorragend.“ Nachdem sich die Gruppen vorgestellt hatten, die die Spenden bekommen sollen, kündigte Guido Lohmann an, dass die Volksbank Niederrhein ihr Sponsoring erhöhen werde. Das Grundprinzip der Genossenschaftsbank sei Hilfe zur Selbsthilfe. Deshalb unterstütze die Volksbank Niederrhein das Benefizkonzert.
Die Xantener Firma Witzenmann Rhein-Ruhr ist ebenfalls Sponsor des Konzerts. Mit dem Abend, den Spenden daraus und den Organisationen, die das Geld dann einsetzten, könne etwas bewegt werden, sagte Standortleiter Jaro Hillmann. Als lokales Unternehmen wolle Witzenmann Rhein-Ruhr der Stadt Xanten etwas zurückgeben, aber auch dabei helfen, wenn anderswo Unterstützung geleistet werde. Auch Hillmann würdigte die Organisation des Konzertes. Das Engagement des Lions-Clubs sei beeindruckend. „Wir freuen uns, dass wir dabei sein dürfen.“
(wer side)
Rheinische Post vom 07.05.2026 von Markus Werning
