Lions-Quest-Weiterbildung in Xanten: Wie Schüler erwachsen werden und handeln

15.11.2023

Xanten · Mit dem Weiterbildungsprogramm Lions Quest in Xanten lernen

Lehrer und Sozialpädagogen, wie sie Kindern und Jugendlichen soziale Kompetenzen vermitteln können. Sie erarbeiteten Methoden, um junge Menschen dabei zu helfen, erwachsen zu werden und zu handeln.
Lehrer und Sozialpädagogen von verschiedenen Schulen haben in Xanten am Fortbildungsprogramm Lions Quest teilgenommen. Es bestand aus den beiden Seminaren „Erwachsen werden“ und „Erwachsen handeln“, die jeweils über mehrere Tage gingen. Dabei lernten die Lehrer und Sozialpädagogen, wie sie ihren Schülerinnen und Schülern verschiedene Lebens- und Sozialkompetenzen sowie ein Demokratieverständnis vermitteln können. Die Seminare wurden vom Lions Club ermöglicht und auch weitgehend finanziert. Die Schulen zahlten einen Eigenanteil.

Wie Dörte Dreher-Peiß, die Lions-Quest-Beauftragte des Xantener Lions-Clubs, erklärte, entwickelten die Lehrer und Sozialpädagogen im ersten Seminar didaktische und methodische Kompetenzen, um die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel darin zu unterstützen, eigene Entscheidungen zu treffen, das Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen, Konflikte zu lösen und Lösungen für Probleme zu finden. Im zweiten Seminar ging es unter anderem darum, wie die sozialen Kompetenzen der Schüler auch in späteren Jahren weiter gefördert werden können.

Ein Baustein war auch, wie heranwachsende Menschen ihre Bürgerrolle in der Demokratie wahrnehmen und wie sie sich gesellschaftlich einbringen können. „Es geht um Beteiligung und um Engagement“, erklärte Dörte Dreher-Peiß. Solche Themen seien so aktuell wie nie.

Es sei sehr wichtig, den Schülern nicht nur Mathe, Deutsch oder Englisch beizubringen, sondern ihnen auch soziale Kompetenzen zu vermitteln, sagte Corinna Dickmann, Leiterin des Stiftsgymnasiums. „Das sind Skills, die die Schülerinnen und Schüler ihr gesamtes Leben brauchen können.“ Die Lehrerinnen und Lehrer hätten sich in ihrer Ausbildung dafür auch schon das nötige Wissen angeeignet. „Wir sind alle geschulte Pädagogen.“

Aber in ihrer Ausbildung müssten sich Lehrerinnen und Lehrer vor allem auf fachliche Themen wie Mathematik oder Deutsch konzentrieren. Im Weiterbildungsprogramm Lions Quest erhielten sie die pädagogischen Inhalte von Fachleuten nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen aufbereitet. „Wenn das jeder für sich einzeln entwickeln müsste, wäre das nicht genauso gut.“

Hinzu komme, dass die Weiterbildung vor Ort stattfinde, sagte Frank Pieper, Leiter der Willi-Fährmann-Gesamtschule. Die Lehrer müssten nicht erst in eine Stadt fahren, um an den Seminaren teilzunehmen, die Trainer kämen „zu uns ins Haus“. Das mache eine Teilnahme einfacher. Das gelte auch für die Finanzierung, die zu einem großen Teil vom Lions Club übernommen werde. „Dafür sind wir sehr dankbar.“ Corinna Dickmann ergänzte: „Wenn jeder die Seminare selbst finanzieren müsste – das könnten wir gar nicht.“ Mit den sechs Seminar-Tagen sei die Arbeit aber noch nicht abgeschlossen, sagte Pieper. „Dann geht es erst los, weil die Seminarteilnehmer das neue Wissen ins Kollegium weitertragen.“

Rheinische Post 15.11.2023 von Markus Werning